Transformation Narta, Die Chance nachhaltiger Entwicklung ländlicher Gemeinden durch Tourismus
Der Entwurf untersucht exemplarisch das Dorf Narta in Albanien und thematisiert das Zusammenspiel von Tourismus, Siedlungsstruktur und traditioneller Bauweise.
Das Dorf ist stark von Privateigentum geprägt, durch Wohnhäuser mit zugehörigen Gärten. Landwirtschaftliche Flächen sind vielfach unter Familien aufgeteilt, sodass mehrere Häuser innerhalb eines Grundstücks liegen können. Diese kleinteilige Struktur erleichtert den Zugang zu den Wohngebäuden und fördert gemeinschaftliche Organisation. Die Siedlungs- und Baugrenze kann in Zukunft als Orientierung für eine strukturierte Weiterentwicklung dienen – insbesondere durch Lückenschließung,
Die vorhandene Bahnstrecke soll touristisch reaktiviert werden und bildet eine zentrale Verbindung zu den Nachbardörfern sowie zur Hauptstadt Tirana. Ergänzend wird ein Radwegenetz vorgeschlagen, das auf ehemaligen, nicht mehr für den Autoverkehr geeigneten Routen basiert und die Dörfer der Region miteinander verbindet. Diese Wege eröffnen zudem einen direkten Zugang zum Sodas-Wald oder in Richtung der Stadt Vlora.
Die Dorfentwicklung schafft neue Beschäftigungsmöglichkeiten, insbesondere durch die Förderung von Kleinunternehmen, Start-ups und Fachkräften im Tourismussektor. Geplant sind Weiterbildungsangebote im Dorf, etwa in der Lebensmittelverarbeitung (z. B. Weinkellerei, Nutzung ehemaliger Produktionshallen).
Der vorgestellte Entwurf verknüpft Dorfentwicklung und Raumplanung mit touristischer Infrastruktur, wobei bauliche Nachverdichtung, soziale Integration und nachhaltige Nutzung der Kulturlandschaft im Vordergrund stehen. Ziel ist es, Narta als lebendigen, wirtschaftlich tragfähigen und zugleich ökologisch sensiblen Ort zu stärken.