Ein Haus mit Adresse, Wo Frauen und Kinder Schutz finden
Tausende Frauen und Kinder suchen in Deutschland jedes Jahr Schutz vor häuslicher Gewalt in Frauenhäusern oder Schutzwohnungen. Die Nachfrage nach solchen Einrichtungen ist jedoch so groß, dass jährlich zahlreiche Frauen und Kinder abgewiesen werden. Die Masterarbeit reagiert auf diesen Mangel mit dem Entwurf eines Schutzhauses in Kombination mit einer Beratungsstelle und sicheren Wohnmöglichkeiten im Anschluss an die Zeit im Frauenhaus. Das senkt die Hemmschwelle für Hilfesuchende, erleichtert den Ausstieg aus gewaltgeprägten Beziehungen, entlastet das Schutzhaus durch kürzere Aufenthalte und nutzt Ressourcen, Personal und Infrastruktur effizienter. Die bestehende Blockstruktur des Entwurfsgrundstücks in Dresden wird geschlossen und in drei Gebäudeteile gegliedert. Diese werden durch einen internen Kindergarten, ein Gemeinschaftsgebäude und Verbindungen im Erdgeschoss ergänzt, wodurch ein gemeinschaftlich genutzter Innenhof entsteht. Durch ein durchdachtes Schutzkonzept entstehen öffentliche, aber auch private Bereiche, die klar voneinander getrennt sind um die Sicherheit aller Bewohner*innen zu gewährleisten. Während sich im Erdgeschoss gemeinschaftliche Funktionen befinden, die Begegnung und Integration fördern, sind in den oberen Geschossen die privaten Räume. Durch flexible Wohneinheiten wird ein breites Angebot für Bewohner*innen mit unterschiedlichen Bedürfnissen geschaffen. Die massive Sandsteinfassaden des Erdgeschoss strahlt Sicherheit und Schutz aus, während die vorgesetzte Stahlkonstruktion einen bewussten Kontrast schafft und als Filter zur Außenwelt dient. Durch das offene Konzept der Schutzeinrichtung wird das Thema häusliche Gewalt sichtbar gemacht und endstigmatisiert und es entsteht ein Ort, der Schutz, Offenheit und Integration vereint.