Feministische Stadtplanung, Planungsideen für einen inklusiven Stadtraum in Karlsruhe
Eine feministische Stadtplanung bedeutet eine Planung auf Augenhöhe, eine Planung, die nicht im Sinne der Perfektion arbeitet, sondern im Sinne der Vielfalt. Anders als die Planung von oben herab soll diese Art der Planung im Dialog mit den BewohnerInnen geschehen.
Das „Mit-wem-sprechen?“ soll nach den Grundsätzen der Intersektionalität, „[…] addressing the needs and problems of those who are most disadvantaged […],“ gewählt werden.
Wer ist aktuell am meisten davon betroffen, dass der städtische Raum bestmöglich auf Konsum ausgelegt ist? Vor allem Obdachlose. Der öffentliche Raum ist der einzige Ort, wo sich Obdach- und Wohnungslose aufhalten und an der Gesellschaft teilhaben können. Eine feministische Stadtplanung schaut sich die Stadt nicht nur bei Tag an, sondern auch bei Nacht. Studierende, die abends lange in der Universität sind, oder ausgegangen sind ins Kino oder zum Feiern. Selten besitzt diese Personengruppe ein Auto für den Heimweg und ist auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen sind. Als dritte Personengruppe habe ich mir eine ausgesucht, die in der Vergangenheit oft in den Schatten gedrängt wurde und mehr Gehör in der Stadtplanung bekommen sollte: Personen mit einer queeren Identität. Die letzte ausgewählte Perspektive, auf den Stadtraum zu blicken, ist eine symbolische. Denn während queere Identität verschwiegen wurde, wurde beispielsweise in Skulpturen ein veraltetes Frauenbild manifestiert, bei dem Frauen auf ihren Körper reduziert werden.
Mit den Erkenntnissen dieser Arbeit kann die Stadt einen funktionierenden Werkzeugkasten ableiten. Denn es sind die kleinen Interventionen, die den Stadtraum unmittelbar verbessern: für alle Menschen.