Justiz sichtbarer machen, Die Umnutzung der Alten Hauptfeuerwache Karlsruhe zum Verwaltungsgericht
Die Masterarbeit untersucht, wie Architektur dazu beitragen kann, Justiz sichtbarer, zugänglicher und als Teil der Gesellschaft erlebbarer zu machen. Im Mittelpunkt steht die denkmalgerechte Umnutzung der Alten Hauptfeuerwache Karlsruhe, eines Natursteingebäudes aus dem frühen 20. Jahrhundert, zu einem Verwaltungsgericht.
Als gelernte Steinmetzin betrachte ich den Bestand nicht nur als architektonische, sondern auch als handwerkliche Aufgabe. Die vorhandene Substanz mit ihren handwerklichen Spuren bildet den Ausgangspunkt für eine Neuinterpretation, die Respekt und Weiterentwicklung verbindet.
Die bestehende Dreiteilung des Gebäudes – zwei Stirnseiten und eine mittlere Zone, gegliedert durch die historischen Treppenhäuser – wurde übernommen und an die internen Abläufe eines Verwaltungsgerichts angepasst. So bleibt die ursprüngliche Ordnung ablesbar, während klare Wegeführungen die Orientierung für Besucher erleichtern und zugleich die internen Abläufe sichern. Der offene Empfang senkt bewusst die Schwelle zum Gerichtsgelände und lädt dazu ein, das Gericht als zugänglichen Ort wahrzunehmen.
Die ehemalige Fahrzeughalle wird zu einem nutzungsoffenen Raum für Workshops, Informationsveranstaltungen oder Ausstellungen – ein Ort, an dem sich Öffentlichkeit und Justiz begegnen. Der Innenhof verbindet die drei Gebäudeteile zu einem zusammenhängenden Komplex und bietet Raum zum Sammeln, Begegnen und Verweilen.
So entsteht eine Justizarchitektur, die funktional und zugleich menschlich ist – ein Gericht, das durch Architektur Vertrauen schafft und die Werte des Rechtsstaats sichtbar macht.