Kulturzentrum Seidenstraße, Ein Poröses Mat-Gebäude für Temporäres Wohnen, Handwerk und Kulturellen Austausch in Samarkand
Porous Mat in Samarkand — Silk Road Cultural Hub ist eine Antwort auf die Verflachung der Seidenstraßen-Kultur durch Transitlogik und Tourismuskonsum. Der Schwerpunkt verlagert sich von durchfahren und konsumieren zu anhalten, wohnen, lernen und herstellen. Ort ist der Stadtrand von Samarkand am Zerafschan-Korridor: zwischen Ringstraße und Bewässerungsfeldern entsteht ein zeitgemäßes„Karawanserei-Prinzip.
Die Leitidee kombiniert eine Node-First-Strategie – ein klarer Ankunfts- und Orientierungsort – mit einem flachen, adaptiven Mat-Building als Porous Mat. Diese horizontale, durchlässige Struktur aus Stems, Höfen und Modulen schafft viele kurze Wege und Eingänge; sie bleibt lesbar, wächst phasenweise und lässt lokale Varianten (Standard + Variante) zu. In Anlehnung an Mission 66 ordnet der Ankunftsknoten die Ströme, informiert und nimmt Druck von sensiblen Bereichen. Das Programm bildet ein alltagstaugliches Gefüge aus drei Teilen: Co-Living für ca. 150–200 Personen (zehn Cluster mit geteilten Küchen und Lounges); ein Obstgarten-Innenhof als produktives Herz (Schatten, Gemeinschaftsgarten, Lernort); sowie Werkstätten Studios für Handwerk der Seidenstraße – vom Textil bis Metall – mit Kursen, Vorführungen und temporären Märkten. Unter den Wohnungen liegt der offene Ground Commons mit Café, Werkzeugraum, Sport und Aufenthaltsflächen als sozialer Sockel. Die Porous-Mat verbindet Feldkorn und Stadtkante, hält die Höhen niedrig, öffnetlange Blicke und macht aus der Randlage einen öffentlichen Campus. Als Pilotknoten ist das Projekt auf weitere Orte übertragbar: ein vernetzbares kulturelles Rückgrat, das die historische Kopplung von Bewegung und Begegnung in eine heutige, nicht-konsumeristische Infrastruktur übersetzt.