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Rethink – Forms of Living Lina Hadamovsky Jan Ley

Der Entwurf sieht vor, den bestehenden Bungalow bis auf den Keller rückzubauen und diesen als Haustechnik- und Lagerfläche zu verwenden, um die große, bereits versiegelte Fläche im Erdreich auszunutzen. Die städtebauliche Anordnung und Körnung der Neubauten fügt sich in die umliegende Umgebung Pfrondorfs ein. Durch die Positionierung der Gebäude bilden sich verschieden zonierte Außenräume aus, die so die Grundstücksmitte definieren, Ankunftsbereiche schaffen und Raum für Gartenarbeiten oder gemeinschaftliche Aktivitäten bieten. Der Komplex besteht aus sechs Gebäuden. Jeweils zwei der Gebäude liegen an einer gemeinsamen, vertikalen Erschließung, die zur Adressbildung beiträgt und den Kontakt zu anderen Bewohner*innen fördert. An jedes dieser außenliegenden Erschließungselemente ist eine Wohnung und ein gemeinschaftlich genutzter Raum im Erdgeschoss und zwei weitere Wohnungen im Obergeschoss angeschlossen. Die Wohnungen beschränken sich auf eine minimale Fläche für ein bis zwei Bewohner pro Wohneinheit, erhalten aber durch die Belichtung über drei Seiten eine hohe Wohnqualität. Außerdem besteht die Möglichkeit, zwei übereinanderliegende Wohnungen vertikal zuzuschalten, wodurch eine weitere, größere Wohnungstypologie entsteht, die flexibel bei Bedarf hinzugefügt werden kann. Alle Wohnungen verfügen zudem entweder über einen großen überdachten Balkon oder eine Terrasse, die über die Verschiebung der Boxen ausgebildet werden. Zusätzlich wird ein vielfältiges Angebot an kollektiv genutzten Räumen im Erdgeschoss zur Freizeitgestaltung (Sportraum, Atelier und Bibliothek, offene Werkstatt etc.) angeboten, um dem Alltag der Bewohner*innen gerecht zu werden und Anreize zu schaffen, die eigene Wohnfläche zu minimieren.

Die Gebäude sind aus einer gerasterten Tragstruktur aus Holz aufgebaut, die Hauptträger als Zangenkonstruktion ausgeführt. Die Zangen, genau wie die darauf liegende Balkenlage, sind in der Fassade sichtbar und bilden ein zentrales gestalterisches Element des Entwurfs. In die Tragstruktur sind konzeptionell die Wohnungen eingeschoben, die als Holztafelbau gefertigt werden. Diese haben einen identischen Aufbau, sodass die Wandelemente werkseitig vorgefertigt werden können und so einen schnellen Aufbau ermöglichen. Decke und Bodenaufbau werden von der äußeren Tragstruktur getragen. Die Holzverbindungen der außenliegenden Tragstruktur sind so verarbeitet, dass sie gegebenenfalls sortenrein wieder abgebaut oder flexibel erweitert werden kann. Auch im Innenaufbau sind die Bauteile so gefügt, dass sie einfach und sortenrein rückbaubar sind. In der Ebene der Tragstruktur sieht der Entwurf eine Lattung aus wiederverwendetem Holz vor, die über eine Unterkonstruktion mit den Stützen verbunden ist. Dadurch wird der Fassade durch die unterschiedliche Patina des Holzes eine gewisse Lebendigkeit verliehen. Zudem sind die Abstände der einzelnen Hölzer in Korrelation mit den Grundrissen gewählt. Die Differenzierung von privaten Wohnungen und gemeinschaftlich genutzten Räumen erfolgt so über den Grad der Öffnung und ist an der Setzung der Lattung in der Fassade ablesbar. Den Abschluss der Gebäude bildet ein leichtes Kaltdach aus Wellblech, welches je nach Ausrichtung mit Photovoltaik Modulen belegt ist.

Lageplan
Perpektive Außenraum
Grundriss Erdgeschoss
Grundriss Obergeschoss
Ansicht
Ansicht
Lichtstudie Außenraum
Kontakt
Lina Hadamovsky Jan Ley
Titel der Lehrveranstaltung:
(H)Austausch! - Innovative Wohnkonzepte für die Generation Gold
Lehrformat:
Entwurf
Betreut durch
Prof. Dirk HebelProfessur Nachhaltiges Bauen M.Sc. Hanna Hoss Dipl.-Ing. Daniel Lenz M.A. Manuel Rausch
Einstelldatum
Professuren/Lehrgebiet
Typologie
Land
Deutschland
Stadt
Tübingen Pfrondorf