UnOrt ZukunftsRaum, Heterotopien Wiener Flaktürme
Die Wiener Flaktürme sind massive Zeugen des Zweiten Weltkriegs – gebaut für Krieg, Machtinszenierung und Kontrolle. Heute stehen sie als leere, isolierte Riesen im Stadtraum. Die Arbeit untersucht, wie solche belasteten Unorte zu offenen, gesellschaftlich relevanten Strukturen transformiert werden können.
Im Fokus steht das Flakturmpaar im Arenbergpark. Die Umgestaltung erfolgt im Inneren der Türme, während der Park als lebendiger Freiraum unverändert bleibt. Grundlage bildet das Konzept eines Kulturankerzentrums, das Kultur, Nachhaltigkeit und Erinnerung verbindet und niederschwellige Zugänge schafft.
Der Gefechtsturm wird zu einem Kulturhaus mit flexiblen Hallen, Studios, Schaudepot, Kino und Planetarium. Eine über vier Geschosse geführte Erinnerungskapsel bewahrt die Schwere und Enge des Bestands und bildet einen Kontrast zu den neuen Räumen. Der Leitturm übernimmt die nachhaltige Komponente. Ein mehrgeschossiges Vertical Farming mit Aquaponik, Bildungs- und Verwaltungsbereichen produziert Lebensmittel für Gastronomie und Märkte und macht ökologische Prozesse erlebbar. In den oberen Ebenen bleibt eine rohe Erinnerungslandschaft erhalten.
Neue Eingänge, außenliegende Treppen, begrünte Seilkonstruktionen und aufgesetzte Strukturen schaffen eine architektonische Sprache, die den Bestand nicht versteckt, sondern mit ihm kontrastiert. Die Kulmination liegt in Synergie von Altem und Neuem. Die Türme werden weder museal erstarrt noch radikal überformt, sondern als aktive Orte der Gesellschaft geöffnet. Der Leitgedanke lautet – nicht überformen, sondern ergänzen; nicht verschönern, sondern sichtbar machen. So entstehen aus Symbolen der Zerstörung Räume des Zusammenkommens – Orte, die erinnern, ohne zu versteinern, und Zukunft ermöglichen, ohne die Vergangenheit zu verdrängen.