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WIEDERBELEBT., Revitalisierung des Alten Schlachthofs Pforzheim Laura Berndt

Als Oberzentrum des Nordschwarzwaldes bietet Pforzheim viele Potenziale, sich architektonisch auszudrücken und durch eine zukunftsweisende Identität geprägt zu werden. Landschaftlich und auch kulturell bündeln sich viele Gebiete rund um Pforzheim und schaffen so Anhaltspunkte für die architektonische Entwicklung des Entwurfs. Auch wenn das Stadtbild neu erscheint, bietet die Stadt selbst viele Angriffspunkte, um die Identität neu zu interpretieren und einen „Genius Loci“ in Bezug auf Wohnen und Arbeiten in Pforzheim zu schaffen.

Wohnen ist ein allgegenwärtiges Thema. Es ist nicht möglich, nicht zu wohnen. Unsere Gesellschaft verändert sich immer stärker und dadurch differenzieren sich die Wohnungsanforderungen immer weiter. Als Auswirkungen der demografischen und gesellschaftlichen Entwicklungen unterliegt Wohnraum einer ständigen Transformation. Die aktuellen Bedürfnisse können mit den bestehenden Wohnrealitäten oftmals nicht mehr befriedigt werden. In diesem Zuge entstehen immer mehr selbst initiierte Bauprojekte von Genossenschaften und gemeinschaftliche Wohnformen rücken stärker in den Fokus. Dabei können die Grenzen zwischen Gemeinschaft und Individuum neu ausgelotet werden. Es geht um die grundsätzliche Auseinandersetzung mit der historischen und modernen

Idee von Gemeinschaft. Die Beziehung zwischen dem Menschen und der Architektur wird bekommt eine besondere Relevanz und das Thema der Nachhaltigkeit rückt in den Fokus.

Viele Städte kommen an ihre Grenzen und müssen im inneren Nachverdichten. Der Wohnungsmangel wird zum sozialen Problem. Obwohl immer wieder fehlende Räume beklagt werden, stehen gleichzeitig viele Flächen leer.

Bauen im Bestand wird somit schon fast unabdingbar. Bestandsgebäude sind gewachsene Bausteine der urbanen und ländlichen Kontexte. Diese Gebäude bieten ebenfalls wertvolle Ressourcen, die es wieder zu verwenden gilt.

Die Bauindustrie ist ressourcenintensiv und stößt ein hohes Maß an CO2 aus. So können durch weniger Abbruch und mehr Nutzung der leer stehenden Strukturen die vorhandenen Ressourcen effektiver genutzt werden. Der Alte Schlachthof an der Kleiststraße in Pforzheim bietet die Möglichkeit, dies umzusetzen und die ehemalige Arbeitsstätte durch die Hybridnutzung von Wohnen und Arbeiten im 21. Jahrhundert zu revitalisieren. Der neue Impuls durch die Nutzungsänderung des Schlachthofs soll den Ausgangspunkt für den architektonischen Entwurf bilden. Hier soll durch die starke Auseinandersetzung mit dem örtlichen Kontext und der Typologie des Schlachthofs Prinzipien und Techniken für eine einzigartige Synthese aus der Bestandsstruktur und den neun Anforderungen für den späteren architektonischen Entwurf formuliert werden.

Dabei soll ein zukunftweisendes, identitätsstiftendes Symbol für das neue Wohnen und der dem Umgang mit vorhanden Ressourcen in Pforzheim entstehen.

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Laura Berndt
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