Zwischen den Zeilen, Das bauliche Erbe der Nachkriegszeit
Welche Defizite und Potenziale stecken im Bestand der Nachkriegsbauten?
Die folgende Arbeit untersucht das Entwicklungspotenzial des Wohnungsbestands in den Zeilenbausiedlungen der Nachkriegszeit im Hinblick auf die Schaffung dringend benötigten Wohnraums. Im Zentrum steht die Frage, in welchem Umfang die bestehenden Quartiere einen Beitrag zur Wohnraumschaffung leisten können und welche Chancen sowie Risiken mit einer baulichen Nachverdichtung verbunden sind. Die Typusanalyse mit Fotodokumentation ermöglicht das Verständnis des Quartiers auf baulicher Ebene. Die Analyse der sozialen Struktur mithilfe einer Umfrage, sowie Interviews und der Auswertung von statistischen Erhebungen zeigt einen tieferen Blick in das Quartier. Ziel ist es einen realitätsnahen Ansatz aufzuzeigen, der eine Steigerung der Wohnqualität bei gleichbleibender Mietbelastung ermöglicht und die typischen städtebaulichen Defizite der Quartiere löst. Das Ergebnis ist ein bewusst zurückgenommener Entwurf der gezielte Maßnahmen vorschlägt, die aus einer fundierten Analyse der bestehenden Struktur abgeleitet sind. Eine ruhige, aber detaillierte Gestaltung der Nachverdichtungen ermöglicht eine selbstverständliche Integration des menschlichen Maßstabs und eine Steigerung der Wohnqualität sowie der städtebaulichen Wahrnehmung des Quartiers. Eine genaue Betrachtung der bautechnischen Substanz ermöglicht die Reduktion auf gezielte Ertüchtigungsmaßnahmen, die einen klimaneutralen Gebäudebetrieb ermöglichen. Die bautechnischen und entwurflichen Maßnahmen zeigen ein Gleichgewicht zwischen einer größtmöglichen Wohnqualität und einer minimalen Steigerung der Mietbelastung. Synergieeffekte machen zudem Maßnahmen attraktiver, wie beispielsweise das Ausheben von Retentionsbecken und das Verwenden des Aushubs zur Aufschüttung von Mietergärten.