Goodbye Gold Brick Road, CIRS - Research Center for Soil Remediation
Der illegale Goldabbau im venezolanischen Amazonasgebiet verändert ganze Landschaften und Ökosysteme. In Venezuela existieren rund 1.900 illegale Minen, in denen jährlich etwa 50 Tonnen Gold gefördert werden. Ein großer Teil dieser Aktivitäten steht in Verbindung mit kriminellen Netzwerken und informellen Wirtschaftssystemen. Besonders problematisch ist der Einsatz von Quecksilber, das Böden, Flüsse und Nahrungsketten langfristig kontaminiert.
Gleichzeitig leben im Amazonasgebiet mehr als 23 indigene Gemeinschaften mit eigenen Bauweisen und engen Beziehungen zur Landschaft. Ihre Architektur aus Erde, Holz und Pflanzenfasern basiert auf lokalem Wissen und steht im starken Gegensatz zu den Logiken der Extraktion.
Das Projekt untersucht, wie Architektur zwischen diesen beiden Realitäten vermitteln kann. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung einer Infrastruktur zur Bodensanierung durch Phytoremediation, die Reinigung kontaminierter Böden mithilfe von Pflanzen. Dieser Prozess erfordert kontrollierte Systeme aus Gewächshäusern, Laboren und industriellen Anlagen.
Als Standort dient Ciudad Guayana, eine Industrie und Hafenstadt am Orinoco Fluss. Die räumliche Organisation basiert auf einem dreieckigen Wegesystem, das drei Hauptgebäude verbindet: eine industrielle Infrastruktur zur Schadstoffbehandlung, einen gemeinschaftlichen Platz für Austausch und Diskussion sowie einen Forschungsturm mit Laboren, Bibliotheken und Archiven. |
Die Architektur versteht sich dabei nicht mehr als Werkzeug der Ressourcengewinnung, sondern als Infrastruktur für Regeneration, Wissensaustausch und neue Beziehungen zwischen Technologie, Landschaft und Gesellschaft.