Tabula Scripta, Transformation des ehem. statistischen Landesamtes Stuttgart
Wie bringt man Kulturräume, Gewerbeflächen, Sozialeinrichtungen und 4.000 m² Wohnfläche in einem Bestandsbau unter, der so gut wie kein Tageslicht zulässt, als unzugängliches Bollwerk konzipiert wurde und dessen Tragwerk häufiger verspringt als der Schlafrhythmus im Architekturstudium?
Die Antwort ist eben so komplex wie spannend. Um das Areal wieder mit dem Stadtraum zu verknüpfen, entstehen ein Vorplatz, ein Anbau mit Terrasse sowie eine Fußgängergasse mit Innenhof. Zur Verbesserung der Belichtung wird der Bestandsbau in drei Baukörper gegliedert, die sich hinsichtlich ihrer öffentlichen Nutzungen und Wohntypologien voneinander unterscheiden. Dabei mussten einige konstruktive und bauphysikalische Anforderungen berücksichtigt werden.
Das in den Stadtraum ragende Geschäftshaus vereint gewerbliche Nutzungen mit 2,5-Zimmer-Kleinwohnungen. Das Kulturhaus orientiert sich zu den ruhigeren Freiräumen und bietet Ateliers, Probe- und Veranstaltungsräume sowie gemeinschaftliche Wohnformen für junge Menschen. Die private Seite des Außenraums wird durch das Soziale Haus geprägt. Hier befinden sich Pflege- und Sozialeinrichtungen, Familienwohnungen sowie barrierefreie Senioren-WGs.
Durch das Zusammenbringen von Menschen mit ähnlichen Interessen und Lebenssituationen entstehen lebendige Nachbarschaften. Der Austausch zwischen ihnen findet auf den Gemeinschaftsterrassen statt, die gleichzeitig zentrale Knotenpunkte der Erschließungsstruktur bilden.