L’Interstice
L’interstice untersucht ein architektonisches Konzept, das auf der Überlagerung geometrischer Formen basiert. Bereits im städtebaulichen Maßstab entstehen durch die Überschneidung verschiedener Geometrien differenzierte Freiräume. Jede Form steht für eine spezifische Nutzung – Park, Platz, Garten oder Sportfläche. An ihren Schnittstellen entstehen Voids, die zum zentralen Entwurfselement werden: Nicht die Gebäudemasse definiert den Außenraum, sondern der Außenraum bestimmt die verbleibende Bebauung und die räumliche Organisation des Projekts.
Dieses Prinzip wird auf den Gebäudeentwurf übertragen. Vier ineinandergeschobene Volumen erzeugen klar definierte Veranstaltungsräume mit jeweils eigener Funktion und Atmosphäre. Ihre Überschneidungen schaffen präzise gestaltete Räume mit bewusst festgelegter Nutzung.
Der erste Veranstaltungsraum ist ein klassischer Bühnenraum mit einer transparenten Rückwand, die als Projektionsfläche dient und zugleich Blickbeziehungen zum öffentlichen Raum ermöglicht. Veranstaltungen werden so auch außerhalb des Gebäudes erlebbar. Eine als Kaltraum konzipierte Sporttribüne öffnet sich zum Platz und stärkt die Verbindung zwischen Architektur und Stadtraum. Eine Kugel bildet einen intimen Bühnenraum mit zentraler Bühne für kleinere Veranstaltungen. Ergänzt wird das Ensemble durch eine langgestreckte Blackbox, deren gezielter Lichteinfall einen markanten Lichtkegel erzeugt und ideale Bedingungen für Installationen schafft.
Den klar definierten Veranstaltungsräumen stehen bewusst offene Atelier- und Arbeitsbereiche gegenüber. Flexible Elemente wie Vorhänge, Klappwände oder mobile Boxen ermöglichen eine individuelle Aneignung. Der bewusste Kontrast zwischen überdefinierten und unterdefinierten Räumen bildet das räumliche und konzeptionelle Leitmotiv des Entwurfs.