Cut-out
Der Entwurf trägt den Titel „Cut-out“, da das Bestandsgebäude nach genau diesem Prinzip funktioniert. Im Laufe der Zeit wurde es durch das gezielte Ausschneiden einzelner Flächen an neue Nutzungsanforderungen angepasst. Dieser Ansatz bildet den Ausgangspunkt des Entwurfs und wird konsequent weitergeführt.
Das Bestandsgebäude ist durch eine Trapezblechfassade mit bunten Werbetafeln sowie ein regelmäßiges Raster aus Rahmenträgern im Abstand von sechs Metern geprägt. Im Erdgeschoss befinden sich Autowerkstätten und eine leerstehende Autowaschstraße. Der Entwurf nutzt diesen Leerstand und die vorhandenen räumlichen sowie konstruktiven Qualitäten, um das Gebäude mit wenigen gezielten Eingriffen in eine gemischt genutzte Struktur zu transformieren. Während das Erdgeschoss Raum für Arbeiten, Handwerk und Produktion bietet, entstehen darüber durchgesteckte Wohnungen.
Die bestehende Trapezblechhülle wird durch vorgelagerte Wintergärten ergänzt. Diese vollständig verglasten Pufferzonen verfügen über öffenbare Lüftungsklappen und Sonnenschutz und übernehmen sowohl klimatische als auch räumliche Funktionen. Im Sommer ermöglichen geöffnete Klappen eine natürliche Querlüftung. Im Winter bleiben sie geschlossen; die Sonneneinstrahlung erwärmt die Wintergärten, speichert Wärme und gibt sie an die angrenzenden Innenräume ab.
Das Prinzip des „Cut-out“ zeigt sich sowohl im Umgang mit dem Bestand als auch in den neuen Eingriffen. Bestehende Strukturen werden gezielt geöffnet, ergänzt und weiterentwickelt, ohne den Charakter des Gebäudes zu verlieren. So entsteht ein ressourcenschonendes Umnutzungskonzept, das den Bestand respektiert und gleichzeitig neue Wohn- und Arbeitsqualitäten schafft.