INTERWOVEN, Layers of History and Collective Space
Das Projekt „Interwoven“ beschäftigt sich mit der Transformation von Kleinhüningen, einem ehemaligen Fischerdorf am nördlichen Rand von Basel. Durch Industrialisierung, Hafenausbau und Infrastrukturen hat der Ort seine räumliche und soziale Mitte zunehmend verloren. Geblieben sind Fragmente und Erinnerungen an eine frühere Ordnung. Die Kirche von 1710 ist eines der letzten Zeugnisse und steht heute isoliert im veränderten Umfeld des Quartiers.
Der Entwurf reagiert mit einem offenen Kulturhaus, das die bestehenden Fragmente nicht überschreibt, sondern miteinander verwebt und neue Bezüge zwischen Geschichte, Gegenwart und Zukunft schafft. Auf dem ungenutzten Grundstück neben der Kirche entsteht ein neuer öffentlicher Mittelpunkt. Das Gebäude versteht sich als Bühne für die Gemeinschaft – als Ort der Begegnung, Teilhabe und gemeinsamen Aktivität.
Im Erdgeschoss entsteht ein offener Gemeinschaftsort als Quartierstreffpunkt für Begegnung und Austausch. Darüber schafft ein Raum für Theater, Aufführungen und Veranstaltungen eine Plattform für kulturellen Austausch. Ein begehbares Archiv auf dem Dach macht die Geschichte Kleinhüningens sichtbar und verbindet die Erinnerung an den Ort mit einem Blick auf seine Zukunft.
Auch die Konstruktion greift die Idee des Verwebens auf. Inspiriert von den leichten, temporären Strukturen der Fischerkultur und industriellen Bautypologien wurde ein Tragwerk aus Stützen und Zugseilen entwickelt, das Leichtigkeit und Robustheit verbindet.
„Interwoven“ versteht sich als räumliche Übersetzung von Erinnerung, Transformation und Gemeinschaft. Durch das Ineinandergreifen von Geschichte, Architektur und Nutzung entsteht ein neuer sozialer Knotenpunkt, der Begegnung ermöglicht, Identität stärkt und die soziale Mitte des Quartiers wieder aktiviert.