Top Coat, Borderline(s) Investigations #03 Framing Life
Top Coat bezeichnet in der Nagelkosmetik die abschließende transparente Lackschicht, die über dem Farblack aufgetragen wird. Sie versiegelt und schützt die darunterliegenden Schichten vor Abnutzung, erhöht deren Haltbarkeit und verleiht der Oberfläche einheitliches Finish. Der Top Coat ergänzt den Nagel um eine zusätzliche funktionale Ebene.
Leerstehende Bürogebäude werden zunehmend als Potenzial für Wohnraum und kurzfristige Umnutzungen betrachtet.
Das Projekt Top Coat untersucht ein Bürogebäude aus den 1960/70er-Jahren, dessen starrer Grundriss heute kaum noch auf veränderte Anforderungen reagieren kann und deshalb weitgehend leer steht.
Anstelle einer klassischen Umnutzung wird das Gebäude zu einer langfristig anpassungsfähigen Struktur umformuliert. Das Gebäude soll unterschiedlichste Programme aufnehmen können und sich über seine Lebensdauer immer wieder neu organisieren lassen.
Grundlage dafür ist eine neue Supportstruktur, die die Lasten der Geschosse über die Außenwand in den Boden abträgt. Der geöffnete Raum erzeugt eine neue programmatische Freiheit – Wohnen, Produktion sowie öffentliche Nutzungen lassen sich immer wieder neu definieren – die eigentlichen Wohnformen und Nutzungen bleiben bewusst offen.
Die zweite Hülle wirkt neben der bauphysikalischen Ertüchtigung als Interface zwischen Innen und Außen und macht wechselnde Programme im Stadtraum sichtbar.