Tabula Scripta, Transformation des Schoettle-Areals in Stuttgart
Das Projekt transformiert das ehemalige Statistische Landesamt auf dem Schoettle-Areal zu einem offenen, gemischt genutzten Stadtbaustein. Ausgangspunkt sind die Barrierewirkung zwischen Böblinger Straße und Mörikestraße sowie die große Gebäudetiefe mit unzureichend belichteten Innenbereichen. Die Eierstraße bildet eine wichtige Verbindung der angrenzenden Stadtteile zur Innenstadt. Ihre Fortführung über das Areal erschließt die nördlich gelegenen öffentlichen und sozialen Einrichtungen.
Gezielte Eingriffe aktivieren die unteren Geschosse und das Areal. Unterschiedliche Höhenniveaus reagieren auf die Topografie, binden den Bestand an beide Straßen an und setzen sich im Gebäude fort. Rückgebaute Zwischendecken entlang der Eierstraße schaffen hohe, nach außen sichtbare Räume für öffentliche Nutzungen und führen Tageslicht tiefer in den Bestand.
In den Wohngeschossen wird dagegen auf starke Eingriffe verzichtet. Statt die große Gebäudetiefe durch Innenhöfe oder umfangreiche Rückbauten kostenintensiv zu reduzieren, wird sie als Grundlage des Entwurfs angenommen. Die Wohnungen werden durch einfache Elemente vier Meter hinter die Bestandsfassade gesetzt. Der entstehende Wintergarten dient als thermische Pufferschicht, führt Licht ins Gebäude und ermöglicht den Erhalt der bestehenden Fassade und Fenstern.
Die privaten Räume orientieren sich nach außen, während die gering belichtete Mitte großzügige gemeinschaftliche Nutzungen aufnimmt.
Lücken zwischen den Wohnelementen gliedern die langen Erschließungsbereiche und bringen Licht ins Innere. So wird die Gebäudetiefe durch die gezielte Verteilung privater und gemeinschaftlicher Räume weiterentwickelt.