Vom Randraum zum Lebensraum
Das Areal ist durch Südtangente, Bahntrasse und Brücke klar gefasst, zugleich jedoch stark lärmbelastet. Der Entwurf reagiert mit einer präzisen Setzung straßenbegleitender Baukörper, die als baulicher Lärmschutz fungieren und einen gefassten Rand ausbilden, ohne die innere Durchlässigkeit aufzugeben.
Neue Baukörper und Freiräume durchbrechen die bestehende Ordnung und schaffen differenzierte Zwischenräume. Eine umfassende Begrünungsstrategie mit modellierten Senken nimmt zukünftige Wasserbewegungen auf, stabilisiert das Gelände und gliedert es in unterschiedliche Landschaftszonen. Durch die Überlagerung vielfältiger Nutzungen entsteht ein lebendiges Quartier mit hoher Aufenthaltsqualität für unterschiedliche Nutzergruppen.
Im Zentrum steht die ehemalige Boesnerhalle, die durch eine gezielte Aufstockung und Weiterentwicklung transformiert wird. Ziel ist es, die bestehende Tragstruktur zu erhalten und räumlich sowie vertikal weiterzubauen, ohne den industriellen Charakter zu verlieren.
Die Halle wird in drei Bereiche gegliedert: Atelierwohnungen, eigenständig organisierte Werkstätten sowie eine zentrale, begrünte Mittelzone. Diese fungiert als gemeinschaftlicher Raum und verbindendes Element, das sowohl Aufenthaltsqualität bietet als auch als erweiterter Arbeitsbereich genutzt werden kann.