La Ruine de l’Écosystème, Eine Ruine auf den Inseln von Nancy als Raum für Umweltbildung und Forschung
Leerstand und baulicher Verfall prägen zunehmend unsere gebaute Umwelt. Demografischer Wandel, Deindustrialisierung und veränderte Lebens- und Arbeitsmodelle führen dazu, dass Gebäude ihre ursprüngliche Funktion verlieren und ungenutzt bleiben. Gleichzeitig existieren vielfältige architektonische Strategien im Umgang mit Bestandsgebäuden und Ruinen.
Die Arbeit und der daraus entwickelte Entwurf befassen sich mit der Entwicklung einer Methode zur Analyse und Bewertung von Strategien im Umgang mit Bestandsgebäuden und Ruinen. Mithilfe einer exemplarischen Methodik in Form einer Bewertungsmatrix und Orientierungshilfe wird die « Ruine de l’Encensoir » in Nancy systematisch untersucht, um eine geeignete und nachhaltige Strategie für ihren zukünftigen Umgang abzuleiten. Sie befindet sich auf der Île du Foulon, einem geschützten Naturraum im Nordosten Frankreichs, dessen sensible geschichtliche und ökologische Bedingungen den Entwurf prägen.
Aus der Analyse von Ort und der Bestandsruine entsteht das Konzept eines Umweltbildungs- und Forschungszentrums, das Natur, Öffentlichkeit und Forschung verbindet. Die bestehende Ruine wird durch eine unabhängige Tragstruktur gesichert und ergänzt, ohne die historische Substanz zusätzlich zu belasten. Innerhalb der vorhandenen Mauern entwickelt sich ein neuer Baukörper, der den Dialog zwischen Alt und Neu sucht und Räume für Ausstellungen, Workshops und Forschung schafft. Besonderes Augenmerk liegt auf dem sensiblen Umgang mit dem bestehenden Ökosystem. Der neue Holzbau reagiert auf die vorhandene Vegetation, minimiert Eingriffe in den Naturraum und integriert sie als „Schauraum des Ökosystems“ in Form eines zentralen Atriums.
Ziel der Arbeit ist es, einen Beitrag zu einem systematischen und nachhaltigen Umgang mit dem baulichen Bestand zu leisten sowie eine Orientierung für den Umgang mit Bestandsgebäuden und Ruinen, insbesondere der Ruine de l’Encensoir, zu bieten.