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Zwischenräume gestalten Simon Böhringer

Die ehemalige Boesner-Lagerhalle wird zu einem Musikzentrum mit Wohnaufstockung transformiert. Das bestehende Stützenraster von 7,20 m ermöglicht die flexible Anordnung von Proberäumen sowie großzügigen Gemeinschaftsflächen für Bewohnende und Nutzer*innen der Musikschule. Durch diese neue Nutzung entsteht ein identitätsstiftender Ankerpunkt im Areal, verkehrsgünstig gelegen nahe Südtangente und Straßenbahn.

Die Außenräume des ehemaligen Gewerbegebiets werden großflächig entsiegelt und begrünt. So entsteht eine erhöhte Aufenthaltsqualität mit nutzbaren Freiflächen, die durch Cafés und gemeinschaftliche Angebote aktiviert werden. Auf der Halle werden drei zusätzliche Wohngeschosse errichtet, die Raum für über hundert Bewohner*innen in Wohngemeinschaften und Familienstrukturen bieten. Ergänzend sind auf jedem Geschoss Musikzimmer vorgesehen, die über kompakte Treppenkerne erschlossen werden.

Die Aufstockung erfolgt in leichter Stahlbauweise und ist gegenüber dem Bestandsraster versetzt angeordnet. Treppenkerne stabilisieren die Struktur. Im Inneren wird die Hallenmitte geöffnet und zu einem begrünten Innenhof umgestaltet. Durch den teilweisen Rückbau der Kellerdecke entsteht ein Lichthof, der auch das Untergeschoss belichtet und dort zusätzliche Proberäume sowie Studios ermöglicht.

Der Bestand wird weitgehend erhalten und im Erdgeschoss durch eine Pfosten-Riegel-Fassade ergänzt, die eine enge Verzahnung von Innen- und Außenraum schafft. In den Obergeschossen kommen wiederverwendete Betonfertigteile zum Einsatz. Eine abgehängte Konstruktion aus IPE-600-Trägern trägt Balkone und Fassadenelemente, ergänzt durch großflächige Verglasungen und Photovoltaikmodule auf dem Dach.

Modellbild
Grundriss EG
Grundriss RG
Perspektive Innenraum
Schnitt Innenhof
Perspektive Zwischenraum
Axonometrie Konstruktion, Fassade, Wiederverwendung
Perspektive Fassade
Kontakt
Simon Böhringer
Einstelldatum
Professuren/Lehrgebiet
Typologie
Land
Deutschland
Stadt
Karlsruhe