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Tod im Zeitalter der Unsterblichkeit, Bachelorthesis 2021 der Professur Raum und Entwerfen

Als Produkt der Aufklärung, einhergehend mit sich entwickelnden Hygienevorschriften, wurden neue Friedhöfe außerhalb der Städte eingerichtet. Über Jahrhunderte wurde so der Tod aus dem städtischen Bewusstsein verbannt. Aktuell ist die Vorstellung vom Tod in unserem Alltag wieder präsenter denn je. Tägliche Todesstatistiken und Medienberichte stehen sinnbildhaft für unserer Ohnmacht ihm gegenüber. Trotzdem, und vielleicht auch gerade vor diesem Hintergrund, macht sich die Menschheit, so argumentiert u.a. der Historiker Yuval Harari, auf den Weg zu ihrem „nächsten große Projekt“, der Unsterblichkeit. Denn dank Fortschritten in der Biotechnologie und künstlicher Intelligenz könnte der Homo sapiens zum gottähnlichen Homo deus avancieren. Das Studio hat sich daher zum Ziel gesetzt, die ambivalente Beziehung zwischen Tod und Unsterblichkeit in einer Zeit zu untersuchen, in der die Dialektik zwischen den beiden einen Höhepunkt an Intensität erreicht hat. Irgendwo zwischen dem Wissenschaftlich-Medizinischen, dem Logistischen und dem Rituellen liegt dabei ein unerforschter Raum für architektonische Interventionen. Wir werden entlang dieser drei Stränge eine Institution für die Toten und die Unsterblichen entwerfen. In Gegenbewegung zur aufklärerischen urbanen Distanzierung positioniert sie sich mit angemessener städtischer Präsenz.

Veranstalter*innen
Prof. Marc Frohn
Betreuer*innen
Prof. Marc FrohnProfessur Raum und Entwerfen
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